Klebestellen beim 8mm Film

8mm Film wird naß oder trocken geklebt. Filme auf Acetat Basis lassen sich mit beiden Systemen problemlos bearbeiten. Filme auf Polyester Basis können nur trocken geklebt werden. In den aktiven Super-8mm Zeiten war die Frage, welche Methode besser sei, in den meisten Fällen eine Frage der persönlichen Präferenz oder eben durch das Material vorgegeben. Filme von Agfa, Kodak, Perutz waren immer auf Acetat Basis hergestellt. So weit wir wissen, hatten nur die Filme von Ferrania und damit auch von Revue (Quelle) eine Polyester Basis.

Am Anfang stand das Naßkleben und die Naßklebestellen haben und hatten bei richtiger Anwendung und mit frischem Filmkitt (Filmzement) eine hervorragende Haltbarkeit. Allerdings ist Filmkitt flüchtig und wird alt. Klebestellen mit altem oder teilweise verflüchtigtem Filmkitt mögen für den Moment halten, werden aber früher oder später Probleme bereiten. Deshalb ist es wichtig, die Flasche mit dem Filmkitt immer verschlossen zu halten und nur beim aktuellen Klebeprozess zu öffnen. Dann hat man ein sehr sparsames Produkt und kann hunderte von Klebestellen mit einer 10ml Flasche machen. Filmkitt riecht nicht besonders gesund und für empfindliche Menschen mag das Naßkleben schon deshalb nicht in Frage gekommen sein.

Mehr über Filmkitt erfahren Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Filmkitt

Trockenklebemöglichkeiten gab es in verschiedenen Systemen. Ene Ikone unter den Trockenklebepressen war die Klebepresse von Würker. Damit ließ sich schnell und präzise arbeiten. Das Trockenkleben war deutlich teurer als das Naßkleben und die Haltbarkeit über Jahre war zwar gegeben, aber das Klebeband hat ein anderes Alterungsverhalten als die Filmbasis und dadurch kann es zu Ablösungen oder zur Schrumpfung des Klebebandes kommen. Wenn das passiert, ist eine Projektion des Films schwierig oder unmöglich. Bei klimatisch gleichmäßiger Lagerung der Filme sind solche Fälle aber eher selten. Durch das Überkleben von mindestens 2 Bildern mit Klebeband war die Gefahr gegeben Schmutzpartikel mit einzukleben.

In der professionellen Filmtechnik wurden ebenfalls beide Methoden eingesetzt. Wenn es um Geschwindigkeit ging wurde das Trockenkleben genutzt, also beim Erstellen von Schnitt- und Arbeitskopien oder in der aktuellen Berichterstattung beim Umkehrfilm. Wenn es aber darauf ankam, ein möglichst perfektes Produkt herzustellen, wurde in den Filmkopierwerken nur naß geklebt. Die Gründe dafür waren mannigfaltig: Die Klebstellen waren z.B. sauberer, der Bildstand bei Kopierprozessen wurde nicht beeinflusst und beim 16mm Film konnten durch das A/B Band Verfahren (Checkerboard) die Klebestellen völlig unsichtbar gemacht werden.

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