„Wenn man ausschließlich die fundamentalen Fragen bearbeitet, entsteht faszinierende Forschung. Vielleicht veröffentlicht man sogar in Nature oder Science – das ist alles großartig. Aber das allein reicht nicht. Wir müssen auch fragen, wie wir das Leben der Menschen tatsächlich verbessern können.“ Das ist einer von vielen zentralen Punkten, die der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Martin Keller, bei seinem ersten offiziellen Besuch am DESY ansprach. Seit Herbst 2025 neu in dieser Position und zuvor in einer Leitungsfunktion an einem nationalen Labor in den USA tätig, besichtigte Keller die Anlage in Hamburg und erkannte zahlreiche Parallelen zu dem, was er als zukünftige Ausrichtung der gesamten bundesweiten Forschungsgemeinschaft sieht – der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Hier einige seiner Beobachtungen und Antworten auf unsere Fragen.
Ein seltener Fund in der Teilchenwelt: DESY-Forscher haben am CERN erstmals das Top-Quark gemeinsam mit einem W- und einem Z-Teilchen beobachtet. Diese kleine Sensation könnte völlig neue Einblicke ins geheimnisvolle Higgs-Feld und mögliche Erweiterungen des Standardmodells eröffnen.
Das Universum ist voller explosiver Ereignisse – zum Beispiel, wenn Sterne detonieren oder in der Nähe von Schwarzen Löchern auseinandergerissen werden. Sehr selten, etwa alle hundert Jahre, lassen sich solche Ereignisse mit bloßem Auge am Nachthimmel beobachten. In der Antike wurden sie als Zeichen der Götter verstanden, heute werden solche Ereignisse in der Astrophysik als Präzisionsmesssonden genutzt, um die Naturgesetze und Bausteine des Universums zu bestimmen, die etwa für die Bewegung ganzer Galaxien verantwortlich sind. Voraussetzung sind leistungsfähige Teleskope, die solche Ereignisse in entfernten Galaxien nachweisen können.