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Kohlenstoff und Stickstoff können viel mehr unter Druck
Es gibt kaum andere chemische Elemente, die so allgegenwärtig und zugleich so unverzichtbar sind wie Kohlenstoff und Stickstoff. Eine kurze Bestandsaufnahme: Sie bilden das Grundgerüst des Lebens, ermöglichen zahlreiche katalytische Prozesse in der Industrie, sind zentraler Bestandteil vieler Schlüsselmaterialien unseres Alltags – und machen über 78 Prozent unserer Atmosphäre aus (wobei fast der gesamte Anteil auf Stickstoff entfällt). Ihre chemischen Eigenschaften werden seit Jahrhunderten erforscht; sie bilden das Fundament der organischen Chemie und haben unzählige Reaktionen auch in der anorganischen Chemie zutage gebracht. Sie sind die Grundlage für gängige Verfahren in Bergbau, Galvanotechnik, Pharmakologie und vielem mehr. Doch ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt hat nun gezeigt, dass dieses bekannte Bild nur ein kleiner Ausschnitt dessen ist, wozu Kohlenstoff und Stickstoff fähig sind – man muss nur Druck und Temperatur erhöhen. Studien in den renommierten Fachzeitschriften „Journal of the American Chemical Society“ und „Angewandte Chemie“ zeigen, dass Kohlenstoff und Stickstoff unter hohem Druck gleichzeitig mit verschiedenen Metallen reagieren können. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung zukünftiger Funktionsmaterialien maßgeblich beeinflussen.
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Molekül-Ringelreihen
Forschende aus Deutschland, Japan und Indien unter Leitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von DESY und den Universitäten Kiel und Hamburg haben es geschafft, Moleküle auf einer flachen Oberfläche kollektiv in Rotation zu versetzen – mithilfe ultrakurzer Lichtpulse von DESYs Freie-Elektronen-Laser FLASH und einer Laserquelle für Hohe-Harmonische-Strahlung. Das berichten sie in der Fachzeitschrift Nature Communications. Allerdings ist das Ziel der Forschung nicht, die Moleküle tanzen zu lassen: Sie könnte Anwendungen in Quanten- und Energiematerialien der nächsten Generation finden, etwa für Elektronik, Datenspeicherung und Energieumwandlung.
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Damit nichts mehr im Rauschen untergeht: Fördergelder für neue Superoszillator-Chiptechnologie
Tobias Herr, Experte für ultraschnelle Lichtprozesse bei DESY und an der Universität Hamburg, hat mit seiner Gruppe Fördermittel für die Weiterentwicklung ihrer Forschung an Mikroresonatoren eingeworben. Der mit 150 000 Euro dotierte „Proof of Concept“-Grant vom Europäischen Forschungsrat ERC ist der erste dieser Art bei DESY. Proof-of-Concept-Grants sollen bereits durch den ERC geförderte Forschungsprojekte für kommerzielle Verwertung oder gesellschaftliche Anwendung vorbereiten. Die Forschung des Teams rund um Tobias Herr könnte Mobilfunk, autonome Mobilitätstechnologien und Dateninfrastrukturen extrem verbessern, weil es das Hintergrundrauschen, unter dem momentane Technologien leiden, stark reduzieren kann.
